So, nach langer basteltechnischer Abstinenz wage ich mich endlich wieder mal an einem Projekt. Ich bin eher bastelwütig und wirklich bemalfaul, womit ich tausend unbemalte Baustellen hier rumliegen habe. Also hab ich mir ein Projekt ausgesucht, bei dem ich möglichst wenig bemalen muss.
Umso besser, dass letzten Mittwoch einer meiner Grails bei mir ankam. Samstags bei Ebay gekauft und bezahlt, und bereits nach 5 Tagen war das Schmuckstück. Ich hab vor Vorfreude den Karton, in dem es eingepackt war, regelrecht zerpflückt. Es ist zwar kein Kit, dafür eines meiner Lieblingstoys als Kind. Früher als kleines Kind konnte ich es mir nie leisten, diese Serie zu sammeln, da ich schon mit Lego, Transformers und MASK ausgelastet war. Umso neidischer war ich auf einen guten Freund, der damals so einiges davon besaß. U.a. auch meinen Grail! Vor ein paar Wochen fiel mir eine Folge der Zeichentrickserie bei Youtube in die Hände, und schon war das alte Feuer entfacht... Also Ebay unsicher gemacht und zu nem vernünftigen Kurs gekauft.
Funktionieren tut sie recht gut; ein paar Teile der Mechanik sind etwas schwergängig, aber ich wollte sie eh zerlegen, um die Dame neu aufzubauen. Sie wird zerlegt, gereinigt, mit neuen selbstgemachten Decals versehen uvm. So, hier ist sie nun, die elegante Lady...
Die wunderschöne Shadow Bat aus der amerikanischen Zeichentrickserie STARCOM!!! Ich finde das Raumschiff einfach wunderschön, so schwarz und elegant... Noch bevor es offiziell die Tarnkappenbomber gab, gab es schon dieses Raumschiff. Sie hat deswegen einen so großen Bauch, weil sie neben der Funktion eines Bombers auch ein Truppentransporter ist. Sie kann Mannschaften, Container, Fahrzeuge und sogar kleine Aufklärer darin transportieren. Das obercoole ist: sie kann auf jedem ihrer Flügel einen Raumjäger transportieren, welcher magnetisch auf ihr befestigt wird! Diese beiden sog. Parasites stehen als nächstes auf meiner Wish-Liste und dürften morgen bei mir eintrudeln. Interessant ist auch der Maßstab von 1/35; sie ist rund 34cm lang und besitzt einige Funktionen. So können die Kabinendächer per Knopfdruck geöffnet werden, ebenso springen die beiden Flügelkanonen aus ihrem Rumpf hervor. Zudem kann man die Ladebucht öffnen, indem man den großen blauen Knopf hinten drückt. Dieser setzt ein Gewirr aus Zahnrädern und Federn in Gang, sodass die Ladebucht langsam unter mächtigem Radau nach unten ausfährt. Der Mechanismus ist dermaßen stark, dass man das Raumschiff auf den Boden stellen kann und das sog. Power Deployment das gesamte Raumschiff nach oben drückt. Die beiden Piloten haben magnetische Füße und können an bestimmten Stellen am Raumschiff „andocken“, da diese Flächen aus Metall bestehen. Sie ist in einem guten, jedoch klar benutzten Zustand. Immerhin hat das Teil rund 25 Jahre auf dem Buckel! Die Cockpitkanzeln sind noch wunderschön klar und fast ohne Kratzer, sie muss dringend entstaubt werden, und ein paar der Aufkleber sind nicht mehr so dolle. Aber wofür bin ich Bastler und Modellbauer!
So, genug gelabert, hier erst einmal ein paar Bilder vom „Ausgangsmaterial“:





Wie ich es bereits angedroht hatte, habe ich mich dazu entschlossen, meinen Grail, die Shadow Bat aus der Zeichentrickserie STARCOM, „etwas“ zu pimpen. Ursprünglich wollte ich sie NUR reinigen, säubern und mit neuen Decals versehen, da die alten nach über 25 Jahren in einem nicht mehr wirklich dollen Zustand waren. Nachdem ich mir zwei Folgen der Serie auf der DuRöhre angeguckt und mir die ‘Bat näher angesehen hatte, war mir klar: die bleibt nicht so! Ne Triebwerksbeleuchtung wäre doch ne feine Sache, also hab ich bei Ebay nen Satz High-Power-LEDs gekauft, die dann auch diese Woche bei mir eintrudelten. Erst einmal habe ich den Vogel gestrippt, also bis aufs letzte Schräuble zerlegt. Da kamen mir gleich ein paar Federn entgegengesprungen, die wohl irgendwoher gekommen sein müssen. Na, das wird schon wieder, schließlich bin ich Bastler. Praktischerweise waren die Metallteile, auf die man die Figuren usw. stellen kann, nicht festgeklebt, sondern nur mit verbogenen Blechlaschen versehen, sodass sich diese kinderleicht demontieren ließen.
Hier mal die Einzelteile (bis auf die Schrauben; ich denke, die brauche ich nicht abzulichten, ne)


Je länger ich mir das Cockpit angeschaut habe, desto mehr offenbarte sich: Das kann nicht so bleiben! Da gibt’s quasi keinerlei Schalter, die Sitze sind schlichtweg nicht vorhanden, es gibt ebenso keine Konsolen bzw. Instrumente sondern nur nen popligen zweidimensionalen Aufkleber und und und. Zudem sieht es beleuchtet bestimmt besser aus, und irgendwo hab ich noch eine Schachtel mit lauter kleiner LEDs. Und ich werde bestimmt einen Meter Lichtleiterkabel verlegen dürfen. Vielleicht noch eine kleine Blink-Schaltung dazu, vielleicht. Aber so weit bin ich noch lange nicht. Ich habe schon mal die Triebwerksplatte vorbereitet und die Öffnungen aufgebohrt, sodass ich später die LEDs dort einkleben kann. Praktischerweise haben die Öffnungen GENAU den gleichen Durchmesser wie die LEDs *smile*


Dann habe ich mir rote und schwarze Selbstklebefolie organisiert, sprich meine Vorräte geplündert (nur gut, wenn man sowas rein zufällig schon ein paar Jährchen irgendwo vor sich rumgammeln hat). Die alten Hoheitszeichen-Aufkleber sind nach 25 Jahren total wellig, keine Ahnung, ob der Besitzer damals zu dämlich war um sie sauber aufzukleben oder ob sie sich im Laufe der Jahre verselbstständigt haben. Egal, sie mussten runter. Also, her mit der Folie, und grob ausgeschnitten.

Teil auflegen, Umrisse umzeichnen…


Folie drauf, schwarze Dreiecke aus der schwarzen Folie geschnitten, drauf und fertig. Links meine Version, rechts das alte Original:

So, die Insignien der Oberseite sind nun neu. Nun ging’s auf der Unterseite weiter. Erstens… naja, wellig wie Sau. Zweitens: wie bekifft konnte man nur sein, um den Aufkleber dermaßen SCHIEF aufzukleben???

Also, runter damit! Die Kleberrückstände waren härter im Nehmen als gedacht, doch mit gewissen Zaubermitteln, die ich nicht verraten möchte, waren diese schließlich doch wegzukriegen. Und noch mehr, selbst die Umrisse des Aufklebers sind so gut wie nicht mehr auszumachen. Gewissenhaft, so wie ich nun mal bin, musste ich mir was einfallen lassen, damit mein Aufkleber NICHT krumm und schief wird. Die Lösung ist ganz einfach: etwas Isolierband sauber parallel zu den „Leisten“ oben aufkleben und sich so nach unten arbeiten, bis man auf der richtigen Höhe ist:

Hier das neue Decal:

Nun das Decal an der aufgeklebten Linie ausrichten, anbringen, fertig:

So, nachdem nun das erledigt war, kam die nächste (kleine) Baustelle: die Laser. Klar, es ist Spielzeug, also darf man nicht erwarten, dass die Laufmündungen vorhanden sind. Also musste ich auch hier nachhelfen. Flugs nen Bohrer in den Dremel eingespannt und munter und fröhlich ein paar Löcher reingebohrt:


Als nächstes habe ich mit dem „Buckelbaster“, wie Fabi ihn so schön genannt hat, befasst. Vielmehr mit dem hässlichen Aufkleber. Denn dieser sah nach über 2 Jahrzehnten alles andere als prickelnd aus.

Also, runter damit, Oberfläche reinigen usw. Dann mit Isolierband abgeklebt, um eine saubere Linie zu erhalten. Dann den alten Aufkleber auf die andere Seite, damit ich alle neuen Aufkleber auf die korrekte Höhe bekomme.

Zum Schluss noch die Teile des alten Aufklebers drauf, die ich wiederverwenden musste. Fertig!

Nun wurde das Rumpfoberteil von SÄMTLICHEN Aufklebern befreit, welche ich aber noch aufbewahren muss, da diese später wieder drauf kommen. Ab damit ins Reinigungsbad, ne Mischung aus Wasser, Seifenlauge und Spülmittel. Zwei Stunden einweichen lassen, mit ner Bürste vorsichtig drübergehen und raus damit. Et voila!

Dann habe ich neue Aufkleber fürs Heck gemacht und natürlich aufgeklebt.

Jetzt geht’s ans Cockpit. Flugs ein paar Screenshots aus ein paar STARCOM-Folgen ausgedruckt:

Den Dremel mitsamt Trennscheibe angesetzt und vorsichtig gedremelt:

Noch ne neue, durchgängige Rückenplatte angefertigt und verklebt:

Nun ging es daran, Platz im Cockpit zu schaffen, indem ich die alte Kopfstütze sowie die komplette Rückplatte wegzudremeln. Somit konnte ich die benötigten 3mm an Platz gewinnen, damit ich einen neuen Sitz anfertigen kann.


Begonnen habe ich mit der Kopfstütze, welche ich aus 3mm dickem Vollmaterial geschnitzt habe. Zuerst habe ich die Aussparung für den Kopf bzw. Helm reingefeilt, und dann mit einem breiten Schmirgelklotz der gesamten Kopfstütze eine Rundung zu verpassen.

Sitzt, passt und hat Luft!

Hier seht ihr meine Grabbelkiste für LEDs und sonstigen Kleinkram, den ich für das nächste Projekt brauche. Und zwar der Bildschirmkonsole mitsamt Tastatur, die im hinteren Cockpit ihren Platz findet. Das Bild zeigt alle einzelnen Arbeitsschritte von links nach rechts und von oben nach unten. Die beiden Schrägen sind deshalb drin, weil der Bildschirm leicht abgeschrägt ist, wie man auf den Referenzfotos erkennen kann. Ursprünglich wollte ich zwei grüne LEDs einbauen, habe mich dann jedoch für eine einzelne rote LED entschieden. Was ich dann später nochmals verworfen habe und nun endgültig eine blaue SMD-LED verbaut habe. Dazu nachher mehr.


Nachdem ich die rote LED auf das korrekte Maß runter gefeilt hatte, habe ich 2 kleine Plättchen zum Fixieren aufgeklebt und diese Konstruktion in das Gehäuse eingeklebt. Nachdem dies erledigt war, habe ich das Gerät mal probeweise an Ort und Stelle gehalten und musste feststellen, dass es irgendwie zu klein geraten war. Also nochmals alles von vorne, diese Mal eine Nummer größer. Auf dem letzten Bild seht ihr die neue Version mitsamt dem Schaltpult für die Tastatur.

Heute kamen endlich die heiß ersehnten SMD-Leuchtdioden vom großen C bei mir an. Zuvor habe ich mich jedoch erst den beiden Sitzen gewidmet. Der Vordersitz ist aus einem Stück, aus 5mm dickem Polystyrol, geschnitten und gefeilt worden. Auf der Rückseite habe ich eine Nut eingearbeitet, damit dieser bündig mit der Kopfstütze abschließen konnte. Dann noch eine neue Abdeckplatte aufgeklebt damit diese das große Loch verschließen konnte, und rein damit. Vorletztes Bild zeigt den Vordersitz, das letzte hingegen den Sitz des Heckschützen / Navigators.

Nun kam ich nicht mehr drumherum, mich um die LEDs kümmern zu müssen. Warum müssen? Herrje, was verdammt klein sind doch diese Mistviecher! Ich hatte bis dato noch keinerlei Erfahrung mit SMD-Bauteilen, und ich musste mir ausgerechnet die kleinsten Exemplare raussuchen. Diese Miniatur-LEDs sind gerade mal 1,6mm lang, also 0,16cm! Das erste Bild zeigt den Streifen, in welchem meine 5 blauen LEDs geliefert wurden. Das, was auf dem 2ten Bild wie ein Sandkorn aussieht, ist das KOMPLETTE Bauteil! Die Leuchtfläche ist 1,2mm breit, somit entfallen für die Lötflächen, an welche ich die beiden Kabel anlöten durfte, gerade einmal 0,2mm pro Seite. Da half nix: ich musste den Winzling auf nem Streifen Plasticsheet aufkleben, um das Teil irgendwie handeln zu können. Ich habe mehrere Anläufe gebraucht, um die Lötflächen überhaupt zu treffen anstatt den LED-Körper oder das Plasticsheet zu erwischen. Dann noch die Polarität herausfinden, und ab ging’s an meine Teststromquelle. Holla, ganz schön viel Licht für solch ein winziges Teil! Nun konnte ich das fertig verlötete Bauteil an seinem zugedachten Platz platzieren. Genauso ging ich bei der LED für den ersten der beiden seitlichen Bildschirme vor, dieses Mal hatte ich eine rote LED verwendet.

Jetzt konnte ich austesten, ob meine Konstruktion überhaupt richtig an ihren Platz konnte, also rein mit dem Cockpit in die Rumpfoberhälfte.

Nun noch Pilot und Copilot bzw. Heckschütze rein. Passt wie Arsch auf Eimer!

