Rasse

Der Hovawart wurde über lange Jahre durch eine Mischung verschiedener
Rassen gezüchtet. Es gibt Meinungen, dass schon auf Dürers Holzschnitt
„Ritter, Tod und Teufel“ ein Hovi zu sehen ist.

Ihre Aufgabe war es sehr lange Zeit, den Hof oder das Lager zu
beschützen und gegen Eindringlinge zu beschützen. Ein Rekel erkennt,
was zum Rudel passt und was nicht. Da darf auch die Katze, die zum Haus
gehört, vor der Nase des Hundes spazieren gehen. Er wird erst aktiv,
wenn sich eine unerwartete Situation ergibt.

In der heutigen Zeit haben wir eindeutig mehr freundliche Besucher als
böse Einbrecher. So hat sich auch das Dasein des Hovawartes geändert.
Er beschützt nach wie vor Hab und Gut, Kind und Kegel. Im Sport zeigt
er gerne mal einen Spurt mit ca. 50 km/h über den Hundeplatz. Eine
Frisbee-Scheibe macht aus den großen Vierbeinern grazile Flugkörper.
Und in seiner Familie ist er sehr anhänglich. Das kann auch dazu
führen, dass wildfremde Menschen auf der Straße voller Elan begrüßt
werden. Ich weiß, wovon ich da schreibe!

Der Hovawart hat seinen eigenen Kopf. Es ist schlichtweg unmöglich, ihn
zu verbummeln. Er schaut immer an der Stelle nach, wo das Rudel zuletzt
in Sicht war. Den Dickkopf versucht er immer mal wieder durchzusetzen.
Auch mit sechs Jahren kann er so tun, als wenn er den Begriff „Sitz“
noch nie gehört hat.
Und zu meinen liebsten Geschichten gehören die zertretenen Schokolinsen
auf der Straße. Die ersten drei waren „Pfui!“, aber bei den 25 anderen
kann ich es doch mal probieren, ob ich sie fressen darf. Soweit die
Hovi-Denke.

Unsere Kindsköpfe werden erst mit drei Jahren erwachsen. Bis dahin ist
sehr viel Konsequenz in der Erziehung notwendig. Und sie erwarten diese
ihre Leben lang. Als guter Hundeführer schaffe ich es, dass mein Hovi
mir sehend folgt und dies auch noch freudig tut.

Als wir einmal über eine Hängebrücke marschierten, hatte der Hund
weniger Angst als ich. Sie wedelte, ich zitterte.
Die späte Entwicklung hat zur Folge, dass unsere Hunde sehr lang fit im
Kopf bleiben. Und es ist nichts ungewöhnliches, wenn Zwölfjährige noch
altersgerechten Schutzdienst machen.
Noch dazu sind Hovawarte gelehrig und können auch noch mit acht Jahren
durch den neuerlernten Begriff „Roll Dich“ entzücken.
Auch sind die Bauernrekel nicht nur meist verschmust, sondern sie
können auch große Sensibelchen sein. Sie merken sich eine schlechte
Erfahrung sehr genau und es erfordert Geschick, ein negatives Erlebnis
umzukehren.

Mein eigener Hund ist nicht nachtragend, kann aber eine eindeutige
Grimasse der Abscheu ziehen, wenn sie etwas absolut nicht will. Und mit
Druck und Gewalt ist man bei einem Hovi verloren. Es helfen nur
Konsequenz, Ruhe und Humor. Es erleichtert wirklich, wenn man über die
Faxen des Kindskopfes lachen kann. Dann tut auch der Verlust der
unersetzbaren Urlaubs-CD nicht mehr so weh. Diese wird dann schon mal
geschreddert, wenn der unaufmerksame Hundeführer sie in Nasenhöhe
liegen lässt.

Alles kann zu einem Spiel gestaltet werden und egal, ob die Hunde beim
Sport, als Therapiehunde oder auf der Fährte gefordert werden, sie
möchten nur eins: Eine Aufgabe!
Geben sie ihm immer eine, dann haben sie einen ausgeglichenen Hovawart!

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